Inhalt - 2016

Swiss ICT Award 2016: die Gewinner

Die unabhängige Jury vergab die Auszeichnungen für herausragende Projekte und Services nachfolgender Firmen. Eine Galerie mit allen Siegern und Finalisten ist hier zu finden.

Swiss ICT Award 2016: MeteoSchweiz & CSCS mit „COSMO Novel Expert Tool (COSMO-NExT)“

Kurzbeschrieb:

Die Ansprüche an den nationalen Wetterdienst steigen kontinuierlich, und Wettersimulationen sind für Flugsicherheit, für Warnungen vor Unwettern oder im Falle eines Nuklear- oder Chemieunfalls essenziell. Um zuverlässige Prognosen zu erreichen und realitätsnaher zu simulieren, braucht es neue und höher auflösende Wettermodelle, mit einer Maschenweite von etwa einem Kilometer. Damit ein solches Wettermodell generiert werden kann, haben Meteorologen, Forscher und Industrie mit dem „COSMO Novel Expert Tool (COSMO-NExT)“ fachbereichsübergreifend eine neuen Software- und Rechnergeneration entwickelt, die MeteoSchweiz eine globale Vorreiterrolle bei hochauflösenden Wettermodellen einbringt. Hardware-mässig setzt man als erster nationaler Wetterdienst weltweit auf eine neue Rechnerarchitektur mit schnellen Grafikprozessoren (GPU) anstelle von üblichen CPU-Prozessoren. GPU leisten das vierzigfache der Kapazität des bisherigen Computers und verbrauchen dabei sogar noch weniger Strom. Dieser MeteoSchweiz-Supercomputer wird am Swiss National Supercomputing Centre betrieben.

Die Jury-Begründung

Was Behörde, Universität und Wirtschaft mit „COSMO Novel Expert Tool (COSMO-NExT)“ gemeinsam geschaffen haben, ist weltweit einzigartig: Mit unkonventionellen Ansätzen – die von Kritikern anfänglich sogar als Unsinn betitelt wurden – ist ein hochauflösendes Wettermodell entstanden, das MeteoSchweiz eine globale Vorreiterrolle einbringt und die Genauigkeit von Wetter- und Gefahrenvorhersagen gerade im komplexen Alpenraum substantiell erhöht.

Die dafür benötigte Rechenleistung kann mit konventionellen Computern nicht erreicht werden, weshalb auch die Hardware neu entwickelt wurde: Dank dem Einsatz von Grafikprozessoren anstelle von üblichen CPU-Prozessoren konnte die Rechenleistung gegenüber dem Vorgängermodell um das 40fach gesteigert werden – beim High-Performance-Computing ein gewaltiger Sprung. Dass dabei der Energieverbrauch des Computers „Piz Kesch“, der in Swiss National Supercomputing Center betrieben wird, auch noch 3mal geringer ist, ist phänomenal.

Die Jury ist der Ansicht, dass MeteoSchweiz und das CSCS fachbereich-übergreifend eine neue Software- und Hardware-Generation entwickelt hat, welche die Industrie bisher noch nicht gesehen hat.

Website Meteo Schweiz

Website CSCS

Swiss ICT Newcomer Award 2016: Nanolive mit "3D Cell Explorer"

Kurzbeschrieb

Mit Nanolives Mikroskop "3D Cell Explorer" und der Software "STEVE" ist es erstmals möglich, eine lebende Zelle in 3D zu erforschen, ohne diese zu beschädigen. Damit könnten bestehende Regeln in der Forschung sowie in der Medtech-, Biotech- und Kosmetik-Industrie komplett verändert werden. Das Mikroskop mit der revolutionären, weltweit einzigartigen und patentierten Technologie arbeitet ähnlich wie ein MRT/CT-Scan für den menschlichen Körper und ist zudem rund 20 Mal günstiger in der Anschaffung als herkömmliche Mikroskope mit vergleichbarer Auflösung.

Begründung der Jury:

Das revolutionäre und weltweit einzigartige Mikroskop „3D Cell Explorer“ und die dazugehörige Software „Steve“ macht es erstmals möglich, eine lebende Zelle in 3D zu erforschen ohne diese zu verändern oder zu beschädigen und bietet damit bisher unerreichte Einblicke in die Bausteine des Lebens. Die Handhabung ist einfach und intuitiv, und der bezahlbare Preis von 20‘000 Franken macht es zudem möglich, dass weltweit an Schulen, in Labors und Universitäten lebende Zellen erforscht werden können.

Die Jury meint, dass dieses neuartige tomografische Mikroskop ein Meilenstein in der Mikroskopie und in der Forschung über die Grundlagen des Lebens ist und Erkenntnisse in der Wissenschaft oder in der Medtech-, Biotech-, Pharma- und Kosmetik-Industrie massgeblich beeinflussen könnte.

Website

Swiss ICT Public Award 2016: NEEO mit NEEO Fernbedienung HD

Kurzbeschrieb:

NEEO vereinfacht die Interaktion mit Technologie im Alltag auf bestechende Weise: Als komplett neue Art von Fernbedienung für bestehende und kommende Technologien versteht "NEEO" alle relevanten Standards der Gebäudesteuerung, ist damit kompatibel mit über 50'000 Geräten und funktioniert mit sämtlichen Sensoren, Thermostaten, AV-Geräten, Licht und weiteren Geräten im Haushalt. Dass dies einem Kunden-Bedürfnis entspricht, zeigt die Tatsache, dass NEEO die bisher erfolgreichste Crowdfunding-Kampagne der Schweiz erleben durfte.

Jürgen Schmidhuber, wissenschaftlicher Leiter IDSIA (Foto: FAZ/Bieber)

Swiss ICT Special Award 2016: "Istituto Dalle Molle di Studi sull’Intelligenza Artificiale"

Kurzbeschrieb

Im Tessin wird von der Forschergruppe um Luca Maria Gambardella und Jürgen Schmidhuber vom Istituto Dalle Molle di Studi sull’Intelligenza Artificiale (IDSIA, USI & SUPSI) erfolgreich Spitzenforschung zur künstlichen Intelligenz betrieben. 

Tools und Software-Programme von Facebook, Google, Microsoft oder IBM sind für uns alltäglich geworden. Kaum jemand weiss aber, dass grundlegende Technologien für diese mächtigen IT-Unternehmen in Manno im Kanton Tessin entworfen wurden. Dazu zählen etwa die Spracherkennung von Google und die neu entwickelten AI-Fähigkeiten von Apples iOS auf den "deep learning"-LSTM-Netzen (Long short-term memory).

Wie wichtig die Arbeit der Tessiner Forscher ist, zeigt auch die Tatsache, dass die ersten Doktoren der Künstlichen Intelligenz des Start-ups DeepMind sich einst in Schmidhubers Forschungsgruppe kennenlernten; einer wurde Mitgründer, einer erster Angestellter.

Begründung der Jury

„Unter der Leitung der wissenschaftlichen Co-Direktoren Luca Maria Gambardella und Jürgen Schmidhuber erlangte das 1988 von der Dalle-Molle-Stiftung gegründete Institut in Manno Weltruf und gilt heute als eine der weltweit besten Forschungseinrichtungen im Bereich biologisch-inspirierte KI“,

mehr (Artikel aus dem swissICT Magazine)